Game of Thrones trifft Herr der Ringe trifft Downton Abbey

 

Geht nicht? Doch – in der Mini-Serie „Gunpowder“, die als Dreiteiler in diesem Herbst auf BBC one laufen soll (eine deutsche Version ist noch nicht in Sicht).

Worum geht es? Um den in der englischen Geschichte berühmten Gunpowder Plot: 1605 plant der Katholik Robert Catesby (gespielt von GoT-Darsteller Kit Harington) das Houses auf Parliament während der Eröffnung der Sitzungsperiode in die Luft zu sprengen und König James I zu töten. Nach einer Zeit der religiösen Ausgleichs hatte der den Druck auf die Katholiken erhöht – aber Catesby hatte auch persönliche Gründe, einen Anschlag auf den König zu verüben. Der Schauspieler Kit Harington ist tatsächlich ein Nachfahre des Verschwörers und ebenfalls ein Nachfahre jenes John Haringstons, der beim Anblick des abgeschlagenen Kopfes von Catesby gesagt haben soll: „Na, das ist ja mal ein hässliches Kerlchen.“

Ohne spoilern zu wollen: Der Anschlag ging schief und wäre wohl sonst lange Zeit das größte Attentat der Geschichte gewesen. Für die Verschwörer endete es mit Folter und Hinrichtung, die Serie wird also nichts für zarte Gemüter sein.

In weiteren Rollen erwarten uns Liv Tyler (u.a. „Herr der Ringe“) und Tom Cullen aus „Downton Abbey“.

Zum Trailer

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Keiner fragt, David Lynch antwortet

David Lynch: The Art Life, Dokumentation von Jon Nguyen und Rick Barnes

USA 2017, Kinostart: 31.08.17

Der erste Film, den ich von David Lynch sah, war die Verfilmung des Frank Herbert Romans „Dune – Der Wüstenplanet“ (1984). Auf dem Höhepunkt meiner Star Wars-Begeisterung ging ich enttäuscht aus dem Kino, ohne damals zu wissen, dass auch Kritiker diesen Film verrissen. Aber ausgerechnet dieser Film zeigte mir, was außergewöhnliche Regisseure ausmacht: Einzelne Sequenzen und Einstellungen dieses Films kamen mir immer wieder ins Gedächtnis. Jahre später sah ich eine mehrteilige Neuverfilmung von „Dune“, die mehr Tricktechnik, mehr Werktreue und mehr Filmminuten aufzuweisen hatte, aber bei mir in keiner Weise nachwirkte. Auf meiner Liste der Dinge, die gute Filmregisseure auszeichnen, ergänzte ich daher: Sie schaffen Filmszenen, die weder plausibel noch kausal sind und die mir trotzdem vertraut vorkommen. Wenn Dale Cooper in „Twin Peaks“ ständig Lageberichte für eine ewig unsichtbar bleibende Diane in ein Diktiergerät spricht, weiß ich nicht, was das soll, aber ich weiß, was es meint.

Leider scheint ausgerechnet dieser Hang zum mystisch Absurden David Lynch für die Kritiker vom Avantgarde-Regisseur („Wild at Heart“) zum Faktotum gemacht zu haben. Seinen esoterisch unterlegten Filmen unterstellt man Missionsarbeit für die Transzendentale Meditation (TM), zu deren Anhängern sich Lynch zählt (augenzwinkernd beleuchtet in der Dokumentation „David wants to fly“ von David Sieveking, 2010). Hollywood und seine religiös spirituellen Moden sind oft belächelt worden und gelten inzwischen als gänzlich uncool, weil auf YouTube BlingBling und nackte Haut nun mal besser funktionieren.

Vor einigen Jahren erklärte Lynch, dass er keine Filme mehr für das Kino machen will. Das große Erdbeben ob dieser Eröffnung blieb aus – nur kleine grau-unterlegte Feuilleton-Kommentare machten sich Gedanken dazu. Die TV Fortsetzung von Twin Peaks (im Original bereits angekündigt) hatte 2017 kaum die Medienpräsenz, die ein Cliff-Hänger in „Games of Thrones“ bekommt – aber David Lynch ist noch da. Er hat keinen Film fürs Kino gemacht, aber das Kino hat einen Film mit ihm gemacht. In „The Art Life“ kommt er zu Wort – nur er, keine Schauspieler, die Set-Anekdoten erzählen, keine Familienmitgliedern, die über seinen Charakter sinnieren. Lynch erzählt von seiner Kindheit und Jugend (behütet, sorglos, wer darin seinen Hang zum Dunklen und Brutalen sucht, sucht vergebens). Vor allem spricht er über die Malerei, denn Maler wollte er werden und ist er geworden. Keine Filmografie also, sondern ein ruhiger Einblick in das Schaffen eines Künstlers, der sich multimedial nennen konnte, bevor es das Wort in den Kunstunterricht geschafft hat.

Und ganz gleich, ob er in Zukunft noch Filme machen wird: Seine in roten Räumen tanzenden Zwerge, seine Fratzenfrauen in Hinterhöfen und seine schwerhörigen FBI-Beamten haben einen festen Platz in meiner persönlichen Mythologie.

Zur offiziellen Website  des Films (die Bildergalerie lohnt besonders – mein Lieblingsbild „Friends“)

Demnächst in diesem Kino ….

Diese Filmprojekte wurden angekündigt, und ich bin ziemlich gespannt darauf:

„Downton Abbey“ – der Film. Gerüchte wurden bestätigt: Die Produktion soll 2018 beginnen, überwiegend mit den Darstellern der Original Serie.

„Leonardo“ – Leonardo DiCaprio spielt seinen genialen Namensvetter Leonardo da Vinci in einem Biopic (Kinostart noch unbekannt)

„Star Wars“ – Obi-Wan Kenobi bekommt seinen eigenen Film – ja, ich werde der Star Wars Ableger nicht müde. Wer den Jedi Ritter spielen soll, ist noch unklar, Ewan McGregor hat aber öfter erklärt, er würde gerne wieder zum Lichtschwert greifen.

„Im freien Fall“ Teil 2 – In Teil 1 verliebten sich zwei Polizisten ineinander, mit offenem Ende. Ich bin ein bisschen in Sorge, dass eine Neuauflage zu lieblich wird. Da aber wieder der selbe Regisseur den Film umsetzt, bleibt die minimalistische Filmsprache hoffentlich erhalten.

„Picknick am Valentinstag“ – Für den (auf dem gleichnamigen Buch basierenden) Film von Peter Weir von 1975 ist ein Remake als 6-Teilige-Serie im Gespräch.